Radikale Innovationen

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Mit den geeigneten Rahmenbedingungen die Grundlagen für zukunftssichere Innovationen legen.

Der Erfolg vieler mittelständische Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau beruht auf beständiger Weiterentwicklung der eigenen Produkte und Prozesse. Um auch künftig gut gewappnet zu sein, sind disruptive oder auch radikale Innovationen von entscheidender Bedeutung. Dieses Thema wurde im virtuellen Erfahrungsaustausch aufgegriffen und diskutiert. Sich mit dem Thema zu beschäftigen ist besonders in disruptiven Zeiten – ausgelöst durch externe Einflussfaktoren wie zunehmende Digitalisierung oder Krisen – notwendig, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit abzusichern oder im besten Fall auszubauen. Für das eigene Unternehmen ist es daher wichtig sich mit der Thematik zu beschäftigen, um zu überlegen welche Anpassungen oder strategischen Neuausrichtungen notwendig sind und welche Position im veränderten Ökosystem eingenommen werden sollte.

Im Zuge der Veranstaltung wurde eine Vorabumfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt, um diese auf die Veranstaltung einzustimmen und auch ihre Meinung sowie Kenntnisstand zum Thema „radikale Innovationen“ abzufragen. Laut Aussage der Befragten muss dieses Thema in den eigenen Firmen noch deutlich mehr forciert werden. Gefragt nach den Erfolgsfaktoren für radikale Innovationen, wurde unter anderem folgende genannt:

  •     ​​​starke Kundenorientierung
  •     engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  •     keine Scheu, abwegige Fragen zu stellen und neue Wege zu gehen

Zur Kontrolle diente die Frage, was radikale Innovationen eher verhindern würde. Dabei wurden häufig Mutlosigkeit und fehlende Risikobereitschaft angeführt. Weitere Hemmnisse seien

  •     ​​​​​​​alte Denkmuster
  •     ​​​​​​​verkrustete Strukturen
  •     ​​​​​​​aufgeblähte Genehmigungsprozesse

​​​​Die Aussagen der Vorabumfrage wurden im Zuge des Erfahrungsaustausches aufgegriffen und diskutiert. Die Diskussion leitete Sven Wagner, Berater und New Work-Experte bei der InnoDrei GmbH. ​​​​​​​Wagner ging zunächst auf die Definition und Notwendigkeit von Innovationen ein. Er warf dabei die Frage auf, in welchem Rahmen innovative Ideen im Unternehmen „geboren“ werden können. Zum einen gibt es gute Ideenquellen innerhalb der eigenen Mitarbeiterschaft des eigenen Unternehmens, die gefiltert und gefördert werden müssen, und zum anderen gibt es externe Quellen.

Externe Ideen für Sprunginnovationen können durch Kooperationen mit anderen Unternehmen – wie zum Beispiel mit jungen und agilen Unternehmen – entstehen. Es gibt dabei unterschiedliche Möglichkeiten externe Ideenquellen „anzuzapfen“. ​​​​​​​Zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit innovativeren Unternehmen oder dem Zukaufen und Angliedern von Startups.

Ebenso kann über Inkubatoren und Acceleratoren nachgedacht werden, um ein eigenes innovationsorientiertes Ökosystem zu schaffen. Wagner wies darauf hin, dass es dabei zwei Möglichkeiten gibt Accelerator-Programme umzusetzen: Als interne Innovationseinheit, die interne Ideen und Startups aus den eigenen Reihen fördert, oder als Schnittstelle zu externen Startups. Bei der zweiten Möglichkeit können Impulse durch gemeinsame Projekte zu Innovationen führen. Für die generellen Rahmenbedingungen ist es von Vorteil, ein geeignetes Team auszuwählen und die Rollen der Beteiligten zu klären, sowie Budget und Ressourcen vorher festzulegen. Am wichtigsten ist es aber, dass das Top-Management hinter dem Innovationsvorhaben steht.