TV-Debatte über Roboter: „Angst vor neuen Technologien ist unbegründet“

VDMA / France 24

Das Europäische Parlament will Roboter in Europa stärker regulieren. In einer Debatte des französischen Auslandssenders "France 24" warb der VDMA für mehr Vertrauen in Innovationen.

Müssen Roboter in Europa stärker reguliert werden – und wenn ja, wie? Die Frage beschäftigt derzeit nicht nur das Europäische Parlament und die EU-Kommission, sondern auch die internationalen Medien. In einer aktuellen Debatte des französischer Auslandssenders „France 24“ zum Thema Roboter traf Patrick Schwarzkopf, VDMA Geschäftsführer Robotik + Automation sowie Geschäftsführer von EUnited Robotics, auf die beiden Europaabgeordneten Mady Delvaux und Kaja Kallas. Seine Botschaft: Roboter sind keine Gefahr für Europa – sondern eine Chance. 

Allerdings sieht die Europapolitik durchaus Handlungsbedarf bei der Regulierung von Robotern. Im Februar verabschiedete das EU-Parlament einen Bericht, der zu Gesetzgebung auch im Hinblick auf den Umgang mit Daten oder Haftung bei Schäden durch autonome Systeme aufruft. Federführend dabei war die Europaabgeordnete Mady Delvaux, die in der Debatte vor möglichen Risiken durch Roboter warnte. „Jedes Berufsbild wird durch Roboter beeinflusst werden“, sagte die Sozialdemokratin aus Luxemburg. „Dabei wird es Gewinner und Verlierer geben. Ich will mich auch um die Verlierer kümmern.“ 

Doch über den richtigen Ansatz bei der Regulierung von Robotern herrscht auch im EU-Parlament Uneinigkeit. So wurde ein geplanter Vorschlag einer Robotersteuer bei der Abstimmung im Februar aus dem Bericht gestrichen. „Die Angst vor Jobverlusten gibt es, seit die ersten Maschinen erfunden wurden. Bislang war sie unbegründet“, sagte die liberale Abgeordnete Kaja Kallas in der Sendung von „France 24“. „Wenn wir Roboter besteuern, könnten innovative Unternehmen aus Europa in andere Regionen abwandern. Daran kann niemand ein Interesse haben.“

Die komplette Sendung „Robots: The workers of tomorrow?“ ist unter diesem Link abrufbar. 

In der Sendung widersprach Schwarzkopf dem Szenario, nach dem der Einsatz von Robotern zu Massenarbeitslosigkeit führen würde. „Derzeit wird oft die Geschichte erzählt, dass Roboter in Firmen einziehen und Arbeiter ersetzen. Die Realität sieht anders aus“, sagte Schwarzkopf. Gerade Industrien mit einer hohen Roboterdichte seien besonders wettbewerbsfähig und könnten deswegen neue Arbeitsplätze schaffen. „Roboter und menschlichen Arbeitskräfte arbeiten heute Hand in Hand, und diese Kombination ist extrem leistungsstark.“

„Roboter und menschlichen Arbeitskräfte arbeiten heute Hand in Hand, und diese Kombination ist extrem leistungsstark“